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Märkische Allgemeine Zeitung - 03.08.2011:
Mit ihren geliebten Ladas besuchten Mittenwalder die Partnerstädte / Fotos und Gurken gibt es am Sonnabend auf dem Oldtimer-Treffen
MITTENWALDE - „Wahnsinn, ich bin im Lada-Land“, lautete die erste SMS, die Birgit Thinius hinter dem ukrainischen Schlagbaum nach Hause sandte. Die meisten Autos, die die Vorsitzende des Mittenwalder Oldtimer-Vereins fortan auf den Straßen sah, gehörten zu ihrem Lieblingstyp.
Mitglieder ihres Vereins und des IFA-Clubs Trebus, insgesamt eine Truppe von zwölf Leuten in fünf inzwischen schon historischen Gefährten, haben auf einer dreiwöchigen Tour Mittenwaldes Partnerstädte Stare Miasto in Polen und Komsomolskoje in der Ukraine besucht. Vollgestopft bis unters Dach rollte die Kolonne dahin.
„Von Schlafsäcken über Reifendruckmessgeräte bis zu Campingkochern haben wir alles Mögliche mitgenommen“, erzählt die abenteuerlustige Frau. Auf manches hätte sie allerdings verzichten können. So brauchten die Zelte – ein Glück angesichts der häufigen Regenfälle – nie aufgebaut zu werden: „Wir kamen stets in Wohnungen oder in Hotels unter.“
Der Empfang war überaus herzlich. Mal gab es Brot und Salz und eine Trachtengruppe, mal ein bunt beflaggtes Feuerwehrfahrzeug als Geleit. Mit Geschenken von Kosmetikartikeln bis zu Badesandalen revanchierten sich die Gäste.
Unter den von ihren Gastgebern aufgetischten Speisen bogen sich die Tafeln. „Viel Gesundes war dabei, Gemüse und Salat, zum Teil mit Knoblauch zubereitet“, erinnert sich die reich Bewirtete. Manchmal wurde ihr Magen aber auch auf eine härtere Probe gestellt, wenn etwa auf dem Frühstückstisch fetter Speck glänzte. „Ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit war uns unvergleichlich mehr wert als alles andere“, versicherte Birgit Thinius mehr als einmal ihren Partnern, wenn die sich für gelegentlich mangelnden Komfort entschuldigten.
Nicht immer ging es auf glatten Asphaltbändern vorwärts. Aber dafür saßen Mittenwaldes Botschafter schließlich in Ladas, die so einiges vertragen. „Die Straßenverhältnisse hätten West-Autos kaum überstanden“, schätzt die Oldtimer-Freundin ein. Zuweilen war es aber auch für ihre Marke zu viel. Mal gab es Probleme mit einem Kühlsystem, mal platzte ein Reifen und einmal blieb ein Wagen im Sand stecken. Doch packten genügend helfende Hände an, um ihn frei zu schieben.
„Auf der gesamten Fahrt herrschte gute Stimmung und auf all den 4200 Kilometern ist niemand verloren gegangen“, bilanziert Autoliebhaberin Thinius. Wenngleich die Anspannung erst nach der Heimkehr abfiel. „Als ich am Montag wieder arbeiten musste, hätte ich eigentlich erst mal Urlaub nötig gehabt“, sagt sie.
Die besten der 3000 auf der Reise entstandenen Fotos will sie zum Mittenwalder Oldtimer-Treffen am Sonnabend auf einer Foto-Wand präsentieren. Nicht nur Ladas, sondern Veteranen aller möglichen Typen bis zu Mopeds und Motorräder können dann auf dem Salzmarkt bestaunt werden. Im Rahmenprogramm zeigt die Jugendfeuerwehr, was sie kann, Studenten der Berliner Artistenschule führen Kunststücke vor und eine Retro-Modenschau illustriert, was vor Jahrzehnten modern war.
Für alle Automobilisten und Fußgänger öffnet der Verein Kunst- und Kulturtreff an diesem Tage den Büchertreff „Mittendrin“. Neben geistiger Nahrung bietet er frische Eierkuchen an. Etwas zu essen hat auch Vereinschefin Thinius mitgebracht. „Bürgermeister Uwe Pfeiffer darf dann die nach ukrainischem Rezept eingelegten Knoblauch-Dill-Gurken probieren“, kündigt sie an. Wenn sie ihm schmecken, sollen auch die anderen Besucher davon kosten dürfen. (kb)
Märkische Oderzeitung - 24.06.2011:
Mit dem Lada auf großer Fahrt
Trebus/Mittenwalde (moz) „Viele verabschieden sich von uns, als wäre es für immer“, erzählt Marek Kleemann und schmunzelt. Mit vier alten Ladas brechen er und elf andere Wagemutige an diesem Sonnabend nach Komsomolskoje in die Ukraine auf.
Zwischenstation ist Stare Miasto in Polen. Beides sind Partnergemeinden der Stadt Mittenwalde bei Königs Wusterhausen. Der dortige Oldtimerclub und die IFA-Freunde Trebus, dem auch Kleemann angehört, organisieren die 1400 Kilometer lange Tour. Weil die Oldtimer-Fans auch noch nach Kiew wollen, könnten am Ende etwa 4000 Kilometer zusammenkommen. Erst am 9. Juli kehren die Helden der Straße nach Mittenwalde zurück – „so der Lada will“, sagt Kleemann.
Der Trebuser Beitrag zur Kolonnenfahrt ist ein Lada 1300 Kombi, Baujahr 1988. Die 1,3 Liter-Maschine bringt es auf rund 60 PS und hat sogar eine Lüftung. „Die ist aber lauter als das Auto selbst und bringt nicht wirklich viel“, so Kleemann. Effektiver sei es, die Scheiben herunterzukurbeln.
Vollgepackt sind die russischen Statussymbole von einst mit allerlei Gastgeschenken wie Rotkäppchen-Sekt und Radeberger Bier - wie zahlreichen Ersatzteilen von Benzinpumpe bis Bremsschlauch, falls die Ladas unterwegs schlapp machen. Schließlich wollen Marek Kleemann und Co. ja nicht für immer in der Ukraine bleiben.
Die IFA-Freunde Trebus sind ein Freundeskreis aus Fürstenwalde, der neben alten IFA-Fahrzeugen auch Technik und andere Dinge der DDR-Alltagskultur zusammenträgt.
Märkische Allgemeine Zeitung - 16.05.2011:
Aber der Lada, der rollt - Oldtimer-Fans aus Mittenwalde und Trebus gehen auf große Reise und suchen noch Sponsoren
MITTENWALDE - „Was machen wir dort, wenn wir Zeit haben“, fragt Birgit Thinius. „Ersatzteile kaufen“, antwortet Claudius Gebhard. „Mach´ Du das mal, ich schaue lieber nach Klamotten“, kündigt Angela Potratz an.
Jeder dürfte sich seinen Wunsch erfüllen können. Denn für die Reise in Mittenwaldes Partnerstädte, das polnische Stare Miasto und das ukrainische Komsomolskoje, hat der Mittenwalder Oldtimerverein zwei Wochen eingeplant und einiges vorbereitet. Auf einer der Karosserien lächelt schon eine gelbe Sonne, nebenan baumelt am Autofenster das Sandmännchen des DDR-Fernsehens. Und für heiße Sonnenstrecken verfügt zumindest eines der Mobile über eine Klimaanlage in Form einer Dachluke.
Die Idee zu der hin und zurück rund 3000 Kilometer zählenden Tour wurde am Oldtimer-Stammtisch geboren. Neben den Mittenwaldern wird noch ein Team des IFA-Clubs aus Trebus dabei sein. Katrin Stiegmann hat per Mail den Kontakt zu den Bürgermeistern Richard Nawrocki in Stare Miasto und Anatoli Lopatinski in Komsomolskoje hergestellt und schon die Nachricht erhalten, dass alles für den Empfang der Gäste eingeleitet sei. Der Besuch fügt sich in die intensiven Kontakte, die Mittenwalde zu seinen Partnerkommunen unterhält. Am Montag startet der Schüleraustausch der Mittenwalder Grundschule mit ihren polnischen Partnern. Die Jugendfeuerwehren werden sich im Juli im Camp begegnen.
Mit einem Alter von 38 Jahren hat sich das betagteste der Gefährte den Namen Oldtimer wohl verdient, während dem jüngsten von ihnen mit erst 16 Jahren Straßenerfahrung dieses Prädikat noch kaum zukommt. „Wir wollten unbedingt mit Ladas kommen“, sagt Claudius Gebhard, „um unseren Gastgebern zu zeigen, dass wir diese Technik schätzen. Denn gute Autos werden nicht nur im Westen gebaut.“
Für die einen der zwölfköpfigen Truppe ist es eine Art Urlaub, zu dem sie da aufbrechen wollen, für die anderen eher ein Abenteuer. „Die Hotels sind preiswert und ansonsten habe ich prima Liegesitze an Bord“, merkt Gebhard gelassen an. „Ich bin froh, dass wir in der Gruppe fahren, schon weil mein Schul-Russisch allein nicht reicht“, bekennt Ingrid Thinius, die Vorsitzende des Vereins. Sie hat ihrem Wagen selbst im Winter kaum einen Tag Ruhe gegönnt: „Ich muss ihn bewegen, damit er mir nicht schon vor der Grenze stehen bleibt.“
Spezielle T-Shirts mit kyrillischen Schriftzeichen haben sich die Oldtimer-Fans gedruckt, ein paar davon sowie verschiedene kosmetische Artikel sollen ihre neuen Freunde bekommen. „Von der Untergrundspeicher-Firma UGS haben wir dafür eine Spende von 250 Euro erhalten“, berichtet die Vereinsvorsitzende. „Wenn noch jemand für diesen guten Zweck Geld übrig hätte, würden wir uns freuen.“
Edgar Potratz wird sich sein Geschenk nicht in der Drogerie besorgen. Vor Jahren lernte er in der Ukraine Oleg, einen einstmals in Wünsdorf stationierten Offizier der Sowjetarmee, kennen. „Oleg hat am liebsten Bockwurst im Glas“, verkündet er.
Ist technisch alles für ein reibungsloses Vorankommen des Freundschafts-Konvois getan? „Meine Batterie lädt nicht, die Ladekontrolllampe leuchtet nicht und der Vergaser macht, was er will“, klagt der eine. „Das kriegst Du noch hin“, tröstet ihn ein anderer. Das sieht auch Edgar Potratz so. „Ob es vorne knattert oder die Hinterachse jault, ist egal“, meint er. „Ein Lada rollt trotzdem.“
Zum Stadttor hinaus will der Korso am 25. Juni rollen. Der Spielmannszug ist schon eingeladen, um das unvermeidliche „Muss i denn, muss i denn ...“ zu intonieren. (Von Klaus Bischoff)
Märkische Allgemeine Zeitung - 10.11.2010:
Unternehmer bietet 6000 Euro - Für das Womacka-Bild im Keller der Saarmunder Schule gibt es jetzt mehrere Interessenten
SAARMUND - Ein Unternehmer aus der Region interessiert sich für das Triptychon des Malers Walter Womacka, das im Keller der Saarmunder Schule lagert. Er bietet 5.000 bis 6.000 Euro dafür. Das Kaufangebot ist Thema im nächsten Finanzausschuss, bestätigte Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Im Gremium soll beraten werden, ob es verkauft wird und wenn ja, zu welchem Preis, sagte sie.
Wie berichtet, hing das Triptychon des jüngst verstorbenen Malers 27 Jahre lang im Eingangsflur in der Saarmunder Schule. Nach Malerarbeiten landete es 2009 im Keller.
Dass ein echter Womacka im Schulkeller steht, fiel indes erst nach dessen Tod so richtig auf. Der Tod des bekannten DDR-Malers hatte ein ungeahntes Medienecho ausgelöst und dessen Werke wieder in den Blick gerückt – auch in Nuthetal, wo sich die Gemeindevertreter mit der Frage befassten: Wohin mit dem Bild? Inzwischen gibt es mehrere Interessenten für das Werk. Neben dem Unternehmer will der Freundeskreis „Ifa-Freunde Trebus“ das Bild gern haben. Die „Ifa-Freunde“, die ein eigenes Ausstellungsgelände haben, sammeln alte Fahrzeuge aus der DDR, aber auch DDR-Alltagsgegenstände und -kunst. 300 Euro bieten sie für den „Womacka“. Nuthetals Schulverantwortlicher Wolfgang Kettmann bringt außerdem ins Gespräch, das Bild dem Kulturzentrum der Burg Beeskow zu überlassen. Dort gibt es einen großen Fundus an DDR-Kunst, die auch in Ausstellungen zu sehen ist. (Von Jens Steglich)
Märkische Oderzeitung - 10.05.2010:
Für jedes Jahr ein paar neue Höhepunkte
Fürstenwalde (moz) Heimatgeschichte, Kunst und Naturwissenschaft, Heiteres und Ernstes – bei der sechsten Auflage der Langen Nacht der Museen in Fürstenwalde und Umgebung war für jeden Geschmack etwas dabei.
Spontane Begeisterungsschreie waren in den ehemaligen Hallen des Kreisbetriebes für Landwirtschaft (KfL) in Trebus häufig zu hören. Das Gelände beherbergt die umfangreiche Sammlung der Ifa Freunde, die erstmals im Rahmen der Langen Nacht der Museen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Marek Kleemann und die anderen Mitglieder des Freundeskreises um Fahrschullehrer Günter Wehr führten am Freitag unzählige interessierte Besucher durch die Räume und über den Hof. Unter den zahlreichen Nutzfahrzeugen und Pkw aus DDR-Produktion sind auch einige Raritäten, wie die original Fahrbibliothek – eine der 20, die es zwischen Rügen und dem Erzgebirge gegeben hat –, ein Tonübertragungswagen des DDR-Rundfunks oder ein W 50 mit Oberleitungswagen und hydraulisch absenkbaren Schienenaufsätzen, der als Unterhaltungsfahrzeug für die Straßenbahn eingesetzt wurde. In den Hallen strich so mancher Besucher verstohlen zärtlich über einen Trabant oder eine Couchgarnitur. Reich bestückt ist der hauseigene Konsum. „Es ist unglaublich, was die Leute alles aufbewahrt haben“, sagt Kleemann und zeigt auf das umfangreiche Sortiment. Besucherin Katrin Berndt aus Heinersdorf nimmt eine Bierflasche in die Hand: „Als Kind musste ich immer die braunen kaufen, das Bier in den grünen Flaschen wurde schneller schlecht.“ Wie ihr erging es vielen Besuchern, für die an diesem Abend ein Stückchen eigener Vergangenheit lebendig wurde.
Wesentlich ernster ging es im Fürstenwalder Dom zu. Hier erzählte Erich Kary, Jahrgang 1924, aus seinem Leben. „Warum soll ich anders sein als die, mit denen ich bis heute gespielt habe“, hatte er als Kind seine Mutter gefragt. Eine Antwort gab es nicht, nur Tränen. Auf verschiedenen landwirtschaftlichen Gütern bereitete er sich ab 1939 auf die Auswanderung nach Israel vor, bis er und seine Mutter von den Nazis erst für Zwangsarbeit missbraucht und später nach Auschwitz deportiert wurden. Ihre Wege trennten sich an der berüchtigten Rampe. „Tabufragen gibt es nicht“, ermunterte Kary seine Zuhörer im Dom zu einem lebhaften Gespräch.
Regionale Geschichte stand im Mittelpunkt der Heimatstuben, von denen sich wieder viele an der Museumsnacht beteiligten. Erinnerungen an das Ende des II. Weltkrieges hatte Ortschronist Norbert Jungbluth in Jänickendorf zusammengetragen, in Demnitz konnte die am Vorabend eröffnete Ausstellung über den örtlichen Pfarrer und Künstler Claus Sperling besichtigt werden. Bernd Pelz aus Steinhöfel besuchte beide Einrichtungen. „Vergangenes Jahr waren wir in Heinersdorf, so hebt man sich für jedes Jahr ein paar Highlights auf“, sagt er. Ins Heinersdorfer Schloss und zur Steinhöfeler Kirche hatte es Reinhard Wendt und Werner Rochlitz verschlagen. „Die Führungen waren sehr interessant und es liegt für uns ja praktisch vor der Haustür“, sagten die Fürstenwalder. Eine besondere Atmosphäre lag über dem benachbarten Thierbachshof, wo Petra Wagner ihre Ateliers, Ausstellungsräume und die Weinstube geöffnet hatte.
Etwa 150 Besucher wurden in der Pathologischen Sammlung des Helios-Klinikums in Bad Saarow bis 22.30 Uhr gezählt. Chefarzt Dr. Stefan Koch erläuterte die ausgestellten Präparate, und beantwortete zahlreiche Fragen. „Es ist immer wieder interessant, was die Leute wissen wollen“, so sein Resümee.
Märkische Oderzeitung - 04.05.2010:
Überlebende von Auschwitz im Dom
Fürstenwalde/Rauen/Markgrafpieske (moz) und Cornelia Link
Allein sechs Einrichtungen aus Fürstenwalde beteiligen sich an der langen Museumsnacht am Freitag – die Ifa-Freunde in Trebus nicht mitgerechnet, die erstmalig dabei sind. Außerdem mit von der Partie: die Heimatstuben in Rauen und Markgrafpieske.
Fürstenwalde: Eine besondere Konstellation ergibt sich für die Museumsnacht im Dom: Am Vorabend des 65. Jahrestags des Kriegsendes 1945 wird die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano auftreten. Die 1924 Geborene kam 1941 in das Arbeitslager in Neuendorf im Sande, über das Schüler des Oberstufenzentrums Palmnicken vor zwei Jahren eine Ausstellung erarbeitet haben. Diese Ausstellung wird um 17 Uhr eröffnet. Um 20 Uhr liest Bejarano aus ihrer Autobiografie „Wir leben trotzdem“. Sie wurde nach Auschwitz deportiert und Mitglied des sogenannten Mädchenorchesters, das auf SS-Befehl am Lagertor spielen musste. Um 20.30 Uhr tritt ihre Band „Coincidence“ auf.
Im Stadtmuseum ist wie immer die ständige Ausstellung zu sehen, außerdem eine Zusatz-Schau zum Thema Haushaltstechnik. Unter anderem wird die Entwicklung vom Klemm- zum heutigen elektrischen Waffeleisen nachvollzogen, und um auf den Geschmack zu kommen, wird ein altes Klemmeisen im Hof zum Waffelbacken eingesetzt.
Das Haus Brandenburg (Parkallee) erinnert an drei Frauen aus der Umgebung: Dichterin Anna Louisa Karsch, die Muse Minna Herzlieb und die Mundartdichterin Emma Neumann. Zudem ist eine Foto-Sonderausstellung mit Brandenburger Motiven von vor 100 Jahren in Gegenüberstellung zu heute zu sehen.
Die Kunstgalerie im Alten Rathaus beteiligt sich mit einer Kalligrafie-Schreibwerkstatt unter dem Motto: Treffpunkt Seidenstraße – wie die Handschrift Kulturen verbindet. Außerdem liest Friedrich Stachat, passend zur aktuellen Ausstellung über Recht und Gesetz, Kriminalgeschichten von Anton Tschechow (18 und 20 Uhr).
Auch wieder dabei: Der Oldtimer-Club „Die Legende“ (Tränkeweg) und die ehemalige Brauerei Mord in der Mühlen-/Ecke Schlossstraße. Neu im Programm sind die Trebuser Ifa-Freunde, die Liebhaber von Nutzfahrzeugen aus DDR-Produktion.
Rauen: Ortschronist Andreas Simon und sein Team öffnen alle Räume der Heimatstube (Chausseestraße 5) und präsentieren Thematisches aus der Chronik, wie zum Bergbau oder Kriegsende. „Hier darf man nicht nur gucken, sondern die Dinge auch anfassen, denn nur so bekommt man ein Gefühl dafür“, betont Simon. Neu zu kaufen gebe es auch das Buch „Wo die großen Steine sind“ von Konrad Kilper. Darüber hinaus liegen im Kaufmannsladen alte Geschäftspapiere, Werbematerial und Fotos von vor 1945 aus – Fachsimpeln über Firmen in Rauen und Alt Fürstenwalde ist durchaus erwünscht. Passende Musik der 1920/30er Jahre tönt aus dem Grammophon und ein Imbiss steht bereit.
Markgrafpieske: Die Ausstellung „45 Jahre Gemischter Chor Markgrafpieske“ ist dieses Mal das zentrale Thema bei Claudia Halle in der Heimatstube (Markgrafenstraße). Dazu gibt es viel Dorf-Historie in vier Räumen, einen Imbiss im Garten-Blockhaus und Führungen durch die Kirche.
Märkische Oderzeitung - 08.04.2010:
20 Partner bei langer Museumsnacht
Fürstenwalde ArrayIm Fürstenwalder Museum werden derzeit Pläne geschmiedet. Zum einen laufen die Vorbereitungen für die neue Präsentation der berühmten Gesteinssammlung. Zum anderen laufen hier die Fäden für die Lange Nacht der Museen zusammen, an der am 7. Mai über 20 Einrichtungen aus der Region teilnehmen wollen.
Der Chef der Kulturfabrik, Klaus-Peter Oehler, hatte kürzlich dem Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung die Museumspläne vorgestellt. Ziel ist es, die Zahl der Museumsbesucher von derzeit 6000 pro Jahr auf 30 000 zu erhöhen. Drei Projekte stehen dabei im Mittelpunkt: Die Errichtung des Gesteinsgartens am Dom, die Neugestaltung der Bennholdschen Geschiebesammlung im Museum und eine Dauerausstellung zur Fürstenwalder Brauereigeschichte im Alten Rathaus.
Für die ersten beiden Projekte wurde Anfang Februar ein Förderkreis ins Leben gerufen, in dem vor allem Unternehmen mitwirken. Von ihm wurde inzwischen so viel finanzielle oder praktische Hilfe eingeworben, dass schon bald mit der Neugestaltung der Geschiebesammlung begonnen werden kann. "Die Vitrinen, die künftig ihren Platz im 2006 entdeckten alten Gewölbe unter dem Museumshof haben sollen, fertigt die Firma Ksink an. Voraussichtlich im Sommer wird die Geschiebesammlung umgebaut und im Herbst neu eröffnet. Über die endgültige Gestaltung des Gesteinsgartens an der Ostseite des Doms laufen noch Gespräche mit der Stadtverwaltung. Geplant ist zudem, dass 2011 ein Künstler-Pleinair stattfindet, bei dem aus Eiszeit-Findlingen Wegweiser zwischen Gesteinsgarten und Museum geschaffen werden.
Während die Planungen für diese Vorhaben noch relativ grob sind, wurden die Pflöcke für die Lange Nacht der Museen am 7. Mai schon fest eingeschlagen. Das Faltblatt dazu ist für den Druck vorbereitet. Über 20 Teilnehmer sind darauf verzeichnet. Nach einer Auszeit im letzten Jahr sind die Pathologie im Helios-Klinikum Bad Saarow und die Heimatstube Rauen diesmal wieder mit dabei. Erstmals laden die Ifa-Oldtimer-Freunde aus Trebus ein.
Etliche haben ihre speziellen Vorhaben für die Nacht schon bekanntgegeben. So wird der Freundeskreis der Dorfkirche Steinhöfel einen Vortrag über die Ehefrauen wichtiger männlicher Persönlichkeiten der Region bieten. Im Fürstenwalder Museum werden aus dem Magazin Waffeleisen hervorgeholt, um deren Geschichte darzustellen. Und mit dem ältesten, dem Eisen von 1594, wird auch nach historischem Rezept Klemm-Kuchen gebacken. Im Fürstenwalder Dom gibt Ester Bejerano ein Konzert. Sie lebte in den 1940er Jahren im Hachscharah-Lager in Neuendorf und war Zwangsarbeiterin in einem Fürstenwalder Blumengeschäft. In Demnitz wird die heimatkundliche Sammlung, die jetzt ihren Platz im Pfarrhaus gefunden hat, erstmals wieder zugänglich sein.
"Durch die hervorragende Unterstützung vom Busverkehr Oder-Spree (BOS) können wir sechs Buslinien anbieten", sagt Museumschef Guido Strohfeldt. Die Fahrpläne sind auf dem Faltblatt, von dem 5000 Exemplare verteilt werden, verzeichnet. "Wir haben auch Kritiken, die nach der letzten Langen Nacht kamen, berücksichtigt", sagt Strohfeldt. "So werden alle Busse bei ihrem Halt in Fürstenwalde, in der Reinheimer Straße, aufeinander warten, damit ein Umsteigen von einer in die andere Linie möglich ist und man, von 17 bis 24 Uhr, möglichst viele Angebote erreichen kann." Der Eintritt kostet diesmal einheitlich vier Euro. Damit sind Besuche in allen Einrichtungen sowie die Busfahrten abgegolten.
Märkische Oderzeitung - 06.04.2010:
Simson ist immer noch Kult
ArrayErkner Simson ist immer noch Kult: Mehr als 100 stolze Besitzer des alten DDR-Zweitakt-Mopeds - unterstützt von ein paar Schwalben-Anhänger - trafen sich am Ostermontag an der Aral-Tankstelle in Erkner, um von dort zu einem Ausflug zu starten.
Wer sich am Montagmittag nach Erkner aufmachte, kam nicht selten in einen Stau. Aus allen Seiten der Stadt strömten zuckelnde Zweiräder aus DDR-Zeiten in die City. Ziel war die Aral-Tankstelle. Der Zulauf war so groß, dass kurzerhand die Sand-Fläche hinter dem angrenzenden Schnellimbiss zum Stellplatz umfunktioniert wurde. "Ich kann es gar nicht glauben, dass wirklich mehr als die 100 erwarteten Leute gekommen sind", freute sich Jens Jäger. Mit seinem Club "2-Takt-Freaks" hatte der 21-jährige aus Kablow (Ortsteil von Königs Wusterhausen) zur Tour aufgerufen.
Er selbst entdeckte seine Liebe zur Simson schon vor Jahren. Da das Geld für ein Auto in der Lehre als Einzelhandelsverkäufer nicht reichte, fand er zuhause noch eine alte grüne Simson. "Damit fuhr ich ab dem dritten Lehrjahr zu Edeka nach Friedersdorf. Auf meinem Arbeitsweg kam mir immer einer entgegen der auch eine Simme fährt, irgendwann kamen wir dann ins Gespräch und stellte fest, dass seine Kumpis auch alle eine Simson haben", so Jäger, mittlerweile Besitzer von drei Modellen. Waren bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt im Oktober 2008 schon 20 Simmen dabei, wuchs die Zahl stetig. Was die Faszination ausmache? "Simson, das ist Kult, kostengünstig, da man viel selbst reparieren kann und man fährt schneller als ein Baumarkt-Roller", so Jäger. Über Internet fand er immer mehr Fans, gründete vor einem Jahr den Club "2 -Takt-Freaks" - der sich wachsener Beliebtheit erfreut. Dabei ist auch Alexander Kuntze. "Ich habe selbst fünf Maschinen", erklärt der Verwaltungsfachangestellte (21) aus Freienbrink. Touren fahren, Leute treffen, Fachsimpeln auch mit Erwachsenen - der Mythos Simson lässt nicht mehr los. Es folgten Ausfahrten in die Region, auch zum Simson-Treffen nach Bernau. Allein 64 Simsons rollten jüngst im Oktober mit.
Gute Laune gab es auch gestern bei der fünften Tour. "Ich bin guter Dinge, fahre mit meiner S51, Baujahr 1989 noch täglich", sagte Dennis Pfeifer aus Gussow. "Ich habe ja auch wirklich das Alter zum Simson-Fahren", fügte Thomas Niemann aus Berlin-Köpenick an. Schon in der DDR war er mit der Simson aufgewachsen. Jetzt fährt er seit fünf Jahren wieder begeistert Zweitakter, hat zuhause zwei. "Bis auf den Motor kann ich daran alles selbst reparieren. Die Simson ist Kult."
Ein Helm unterm Arm mache ja auch bei Frauen Eindruck, fügte lachend Robert Weigert (25, Gosen) an. Mit Bruder Florian (23) war er zur Ausfahrt erschienen. "Die Simson schafft Spitze knapp Tempo 70, macht Spaß und ist mit drei Liter auf 100 Kilometer günstig im Verbrauch."
Laut knatternd und eingehüllt in eine riesige Benzinwolke rollten wenig später die Simsons, ein paar Schwalben und ein Transporter mit Werkzeug für Notfälle vom Platz. Begleitet wurde der lange Konvoi - oft gegrüßt von Passanten - auch von alten Polizeifahrzeugen (Barkas, MZ und Wartburg) der Ifa-Freunde aus Trebus. Mit Tempo 60 ging es auf eine Strecke von 57 Kilometern - von Erkner über Neu Zittau, Königs Wusterhausen, Wolzig, Spreenhagen bis nach Freienbrink, zum Abgrillen beim Party-Veranstalter Ingo Noack.
Kontakt: www. simsonclub.de
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